Vor dem Projekt
- URL-Inventur. Alle bestehenden Adressen erfassen, aus Crawl, Sitemap, Server-Logs und Search Console. Was hier fehlt, fehlt später im Redirect-Konzept.
- Content-Inventur. Je Seite entscheiden: übernehmen, überarbeiten, neu schreiben, löschen. In gewachsenen Websites lassen sich meist 30 Prozent streichen.
- Leistungsdaten sichern. Rankings, Zugriffe, Anfragen der letzten zwölf Monate als Referenz. Ohne Vorher-Wert lässt sich nach dem Go-Live nichts belegen.
- Ziele und Kennzahlen festlegen. Ein Satz je Ziel, mit Messgröße. Siehe Warum sollte man einen Website-Relaunch machen?
- Eine entscheidungsbefugte Person benennen. Der größte Einzelhebel auf Dauer und Kosten.
Bei Anforderungen und Vergabe
Angebote sind nur vergleichbar, wenn die Ausschreibung es erzwingt. Ohne dokumentierte Anforderungen schneidet jeder Anbieter den Umfang anders zu, und der günstigste ist der mit dem kleinsten Verständnis.
- Lastenheft statt Wunschliste. Seitentypen, Funktionen, Rollen, Schnittstellen, Abnahmekriterien. Der Aufbau steht im Ratgeber Lastenheft.
- Systemwahl begründen. Nicht nach Funktionsliste, sondern nach Redaktionsmodell, Integrationsbedarf und Betriebskompetenz.
- Rechte und Zugänge klären. Domain, Hosting, Code, Lizenzen und Analytics gehören auf Ihr Unternehmen, nicht auf den Dienstleister.
- Betriebskosten für drei Jahre abfragen. Sonst gewinnt das Angebot mit den teureren Folgejahren.
Während der Umsetzung
| Punkt | Warum kritisch | Wann fällig |
|---|---|---|
| Redirect-Konzept | Jede alte Adresse braucht ein inhaltliches Gegenstück | sobald die neue Struktur steht, nicht vor dem Go-Live |
| Staging mit Indexierungssperre | Testumgebungen im Index erzeugen Dubletten | ab dem ersten Aufbau |
| Freigaben mit Frist | Ohne Frist wächst Verzug unbemerkt an | im Vertrag, je Meilenstein |
| Content-Zulieferung terminieren | Häufigster Verzögerungsgrund überhaupt | kalendarisch, vor Umsetzungsbeginn |
| Barrierefreiheit prüfen | Nachrüsten ist teurer als Mitbauen | im Designsystem, nicht am Ende |
Vor und nach dem Go-Live
- Weiterleitungen vollständig getestet, keine Ketten, keine Schleifen
- Formulare und Zustellung real geprüft, nicht nur im Frontend
- Tracking, Einwilligungen und Rechtstexte aktiv und korrekt verknüpft
- Sitemap eingereicht, Indexierungssperre der Testumgebung entfernt
- Go-Live nicht am Freitag und nicht am Tag vor einem Termin
- Monitoring für 90 Tage: Rankings, Fehlerseiten, Zugriffe, Anfragen
Die ersten 48 Stunden entscheiden, ob Fehler klein bleiben. Der vollständige Prüfplan steht im Ratgeber Website-Migration testen, die ausführliche Liste mit 64 Punkten in der Relaunch-Checkliste. Welche Fehler am häufigsten passieren, zeigt der Ratgeber Die zwölf häufigsten Relaunch-Fehler.
