Was dabei tatsächlich ausgetauscht wird
Der Begriff wird meist für die Gestaltung verwendet, betrifft aber in der Praxis vier Ebenen gleichzeitig. Ein Vorhaben, das nur eine davon anfasst, ist kein Relaunch, sondern eine Überarbeitung.
- Struktur. Navigation, Seitenhierarchie, URL-Aufbau und die Frage, welche Inhalte überhaupt bleiben. Hier entscheidet sich, ob die neue Website findbar ist.
- Gestaltung. Designsystem, Seitentypen, Komponenten, Typografie. Nicht eine Handvoll Entwürfe, sondern ein System, das auch für die Seite gilt, die es heute noch nicht gibt.
- Technik. CMS, Templates, Hosting, Performance, Barrierefreiheit, Schnittstellen zu CRM, ERP oder Newsletter.
- Inhalt. Übernehmen, überarbeiten, neu schreiben oder löschen, Seite für Seite entschieden. Dieser Teil wird am häufigsten unterschätzt.
Abgrenzung zu ähnlichen Vorhaben
| Vorhaben | Was passiert | Typischer Aufwand |
|---|---|---|
| Redesign | Neue Optik auf bestehender Struktur und Technik | Wochen |
| Relaunch-light | Neues Design und neue Templates, System und URLs bleiben | 1–2 Monate |
| Relaunch | Struktur, Design, Technik und Inhalte neu, Domain bleibt | 3–9 Monate |
| Neuentwicklung | Neuer Auftritt, oft neue Domain, ohne Altlast und ohne Migration | 3–12 Monate |
Der praktische Unterschied liegt weniger im Ergebnis als im Risiko. Ein Redesign kann kaum Sichtbarkeit kosten, weil die Adressen unangetastet bleiben. Ein Relaunch kann es sehr wohl, weil dabei Seiten zusammengelegt, umbenannt oder gestrichen werden.
Warum die Migration zum Relaunch gehört
Eine gewachsene Unternehmenswebsite hat Hunderte bis Tausende indexierte Adressen. Jede davon kann in Suchergebnissen stehen, in E-Mails verlinkt sein, in Broschüren gedruckt oder aus dem Anzeigenkonto angesteuert werden. Ändert sich die Struktur, muss jede alte Adresse per 301-Weiterleitung auf ihr inhaltliches Gegenstück zeigen.
Genau daran scheitern Relaunches messbar: Der Auftritt sieht besser aus, die Anfragen gehen zurück. Ursache ist fast immer ein unvollständiges Redirect-Konzept oder ein Content-Mapping, das erst nach dem Go-Live entstanden ist. Wie sich das vermeiden lässt, steht im Ratgeber Relaunch ohne Rankingverlust.
Woran man erkennt, dass es ein Relaunch ist
- Die Navigation wird neu geschnitten, nicht nur umbenannt
- Das CMS wird gewechselt oder auf eine neue Hauptversion gehoben
- Es entstehen neue Seitentypen, nicht nur neue Seiten
- Inhalte werden zusammengelegt, ausgelagert oder gelöscht
- Die URL-Struktur ändert sich, Weiterleitungen werden nötig
Trifft nur der erste Punkt zu, genügt eine Überarbeitung. Treffen drei oder mehr zu, ist es ein Projekt mit Anforderungen, Zeitplan und Abnahme, und es sollte auch so behandelt werden. Was dafür vorliegen muss, steht unter Was ist bei einem Website-Relaunch zu beachten?
