Ein Wartungsplan in vier Takten
| Takt | Was ansteht | Wer |
|---|---|---|
| Sofort, innerhalb weniger Tage | Sicherheitsupdates für CMS, Erweiterungen und Server | Dienstleister oder Wartungsvertrag |
| Monatlich | Updates einspielen, Backups prüfen, Fehlerseiten und Formulare testen | Dienstleister |
| Quartalsweise | Zugriffe und Anfragen ansehen, tote Links, Ladezeit, aktuelle Inhalte auf Startseite | Marketing oder Redaktion |
| Jährlich | Vollständige Inhaltsdurchsicht, Rechtstexte, Bilder, Ansprechpartner, Systemzustand | gemeinsam |
Das ist kein Idealbild, sondern das Minimum, mit dem eine Website nicht schleichend verfällt. Der Aufwand liegt bei einer typischen Unternehmenswebsite im Bereich weniger Stunden pro Monat.
Technik: warum die Frist so kurz ist
Bei verbreiteten Systemen sind Sicherheitslücken öffentlich dokumentiert, sobald der Patch erscheint. Automatisierte Angriffe suchen danach gezielt nach ungepatchten Installationen. Deshalb gilt für Sicherheitsupdates die Frist „Tage“, nicht „beim nächsten Termin“.
- Automatische Updates für Sicherheits-Patches aktivieren, wo das System es erlaubt
- Größere Versionssprünge zuerst auf einer Testumgebung einspielen
- Backups nicht nur erzeugen, sondern einmal jährlich eine Rücksicherung testen
- Nicht genutzte Erweiterungen entfernen statt nur deaktivieren
- Ablaufdaten von Zertifikaten und Domains überwachen
Inhalte: Rhythmus statt Frequenz
Die Frage „wie oft“ wird beim Inhalt oft mit „möglichst häufig“ beantwortet. Das ist falsch. Entscheidend ist, dass nichts Falsches auf der Website steht und dass die Seiten, die Anfragen bringen, gepflegt sind. Ein Blogbeitrag pro Woche nützt wenig, wenn die Leistungsseite drei Jahre alt ist.
- Laufend: alles, was sachlich falsch wird. Preise, Ansprechpartner, Öffnungszeiten, Termine, Stellenangebote.
- Halbjährlich: die fünf bis zehn wichtigsten Seiten, also Startseite, Leistungen und Kontakt.
- Jährlich: alles Übrige, inklusive Löschen. Was niemand aufruft und niemand pflegt, gehört entfernt, nicht archiviert.
- Anlassbezogen: Rechtstexte bei Änderungen an Diensten, Tools oder Rechtslage.
Was passiert, wenn man es lässt
Nicht viel, und genau das ist das Problem: Die Folgen treten verzögert und gebündelt auf. Erst häufen sich ungepflegte Erweiterungen, dann lässt sich das System nicht mehr ohne Bruch aktualisieren, dann wird jede Änderung zum Projekt. Am Ende steht ein Relaunch, der früher als nötig kommt.
Umgekehrt verschiebt konsequente Pflege den nächsten Relaunch erfahrungsgemäß um zwei bis drei Jahre. Wie sich die Zyklen unterscheiden, steht unter Wie oft muss man eine Website relaunchen? Was die Pflege kostet, unter Was kostet die Aktualisierung einer bestehenden Website?
